„Wieder nur Stückwerk“

Bürgermeisterkandidat Manfred Kern zu den Plänen für die Sparkasse Bensheim

Es ist ein Trauerspiel. Bürgermeister Rolf Richter macht weiter, als hätte er aus den zahlreichen Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt. Im Wesentlichen geht es um Folgendes:

Abriss des Bestandsgebäudes

Die Parallelen zum Haus am Markt sind unverkennbar: Ein Gebäude, das eigentlich voll funktionsfähig war, wird geräumt, schlecht geredet und leerstehend gelassen, um dann den Totalabriss als große Lösung zu verkaufen. Die Zerstörung von Substanz ist aber meistens nicht die beste, sondern allerhöchstens die zweitbeste Lösung. Nun möchte man auch hier – wegen angeblicher nicht behebbarer Mängel – den Totalabriss, unter dessen Schutt alle Verantwortlichkeiten der Vergangenheit begraben werden sollen.

Bebauungsplan

Die Verwaltung hat einen Bebauungsplanentwurf für genau das kleine Fleckchen vorgelegt, auf dem der derzeitige Sparkassenbau steht und der Neubau errichtet werden soll. Das gesamte Umfeld, das mit dem Sparkassenbau in städtebaulicher Wechselbeziehung steht, wird ausgeblendet; der Plan reicht nicht einmal bis zur nächsten Straße. Hier zeigt sich wieder einmal der große Nachteil der Froschperspektive, aus der der Bensheimer Bürgermeister die Dinge gewöhnlich betrachtet. So löst man aber keine Probleme, sondern schafft höchstens neue. Nur wer das Ganze im Auge hat, kann eine Stadt wie Bensheim planerisch entwickeln. Es braucht hier ein Konzept, welches mindestens die Fläche vom Hoffart-Gelände über den Beauner Platz und das Neumarkt-Center bis hin zur Volksbank abdeckt. Selbst die Bauaufsicht hat angemerkt, dass die umliegende Bebauung zu berücksichtigen sei. Der Vorschlag der Stadtverwaltung ist wieder nur Stückwerk.

Notwendige Neuorganisation

Dass eine Restrukturierung der Sparkasse erforderlich ist, will wohl niemand bestreiten. Aber wenn man jetzt für 35 Millionen Euro einen Neubau für eine eigenständige Sparkasse errichtet, wie will man dann den Kundinnen und Kunden sowie den Bürgerinnen und Bürgern der beteiligten Kommunen zwei Jahre später erklären, dass erneut umgebaut werden muss, falls es doch zu einer Fusion kommt? Richter selbst räumt ein, dass die Sparkasse Bensheim heruntergewirtschaftet wurde, indem er sagt, sie sei im Moment „kein Fusions-, sondern ein Übernahmekandidat“. Für diesen Umstand ist der Bürgermeister als Verwaltungsratsvorsitzender der Hauptverantwortliche. Um davon abzulenken, verleumdet er die Befürworter einer Fusion als „schädlich für die Sparkasse Bensheim“. Viel schädlicher wäre es meines Erachtens, wenn man den richtigen Zeitpunkt für die notwendige Neuorganisation verpasste.

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